The Guardian – Deutsche Übersetzung ab Seite 4
To deal with climate change we need a new financial system

Abolishing debtbased currency isn’t a new idea, but it could hold the secret to ending our economies’ environmentally damaging addiction to growth.

»…almost every dollar that passes through our hands represents somebody’s debt. And every dollar of debt has to be paid back with interest. Because our money system is based on debt, it has a growth imperative baked into it. In other words, our money system is heating up the planet.«

The Guardian
Zur Bewältigung des Klimawandels brauchen wir ein neues Finanzsystem

Die Abschaffung schuldenbasierter Währungen ist keine neue Idee, könnte aber das Geheimnis der Beendigung der umweltschädlichen Wachstumsabhängigkeit unserer Volkswirtschaften bergen.

»…fast jeder Dollar, der durch unsere Hände fließt, steht für die Schulden eines Menschen. Und jeder Dollar Schulden muss mit Zinsen zurückgezahlt werden. Da unser Geldsystem auf Schulden basiert, ist ein Wachstumsimperativ darin verankert. Mit anderen Worten, unser Geldsystem heizt den Planeten auf.«


Charles Eisenstein
How a game of musical chairs can help explain our broken economy

»…Imagine a game of musical chairs with, say, 100 people and 90 chairs. Everyone is up dancing around, and when the music stops, they all go for a chair. The 10 who don’t get a chair are out of the game, and—just to make it more interesting—let’s say that if you don’t get a chair, you lose your house, your kids go hungry, and you don’t get medical care. Imagine the chaos. With so much at stake, everybody is elbowing and shoving each other to get a chair. Anyone who is nice or generous or altruistic—they’re out. They’re the losers. The most aggressive, dominant, and strongest people win, and unless you cultivate those competitive qualities, you’re out, too.

Sitting back watching this game is a politician, an economist, a biologist, and a priest. (Sounds like the start to a joke, right?)…«


Die Zeit
Das Wunder von Wörgl

»…Nachbargemeinden übernehmen das Experiment, ein Schwimmbad entsteht. Das neue Geld sorgt für eine überraschende Einigkeit in Wörgl. Im Rest des Landes ringen Sozialdemokraten, Austrofaschisten und Nationalsozialisten um die Macht. Parteiarmeen liefern sich Schießereien. Eine Zeitung titelt: Weg mit dem Parlament, die Diktatur muss her!
In Wörgl aber schlichtet der Erfolg des Freigelds jeden Streit. Der Gemeinderat steht einstimmig hinter dem Bürgermeister. Rechte und Linke stoßen im Wirtshaus auf den Aufschwung an….«


Die Zeit
Wir könnten auch anders
Warum brauchen wir Wirtschaftswachstum? Weil sonst Firmen sterben. Weil dann Menschen arbeitslos werden, arm und unglücklich. Ist das unausweichlich? Eine Alternative muss her.

»…Oder gibt es in dieser großen, die ganze Welt umfassenden Wirtschaftskrise gar keinen Gewinner? Doch, es gibt ihn. Man ndet ihn allerdings nicht
in den Werkshallen von Opel, auch nicht in den Chefetagen der Frankfurter Bankentürme. Man muss etwas weiter hinaufsteigen, auf die Zugspitze zum Beispiel. Dort oben, knapp unterhalb des Gipfels, in 2650 Meter Höhe, wo der Blick im Sommer wie im Winter auf den Schnee des Gletschers fällt, beschäftigt sich ein Mitarbeiter des Umweltbundesamtes mit der Luft…«


Die Zeit
Das Geld macht uns einsam.

Der Schweizer Soziologe Aldo Haesler über das Verbindende und das Trennende einer Macht, die nur künstliches Glück erzeuge.
»…Wir erleben heute ein soziales Artensterben, das für unsere Spezies einmalig ist. So wie es eine Biozenose gibt, ein Artensterben in der Natur, spreche ich von einer Soziozenose, einer dramatischen Verringerung der sozialen Artenvielfalt und der menschlichen Beziehungen…«


Die Zeit
Jan Müller hat genug

Die Wirtschaft muss wachsen, wachsen, wachsen, sagen Politiker aller Parteien. Aber wozu eigentlich? Plädoyer für einen bescheideneren Kapitalismus

»…und dann gehen die Leute doch wieder in die Geschäfte. Sie werfen das Alte weg, besorgen sich Neues. Kaufen, zum Beispiel, eine Jeans, oder zwei, oder zwanzig, wählen aus zwischen: Regular Fit, Slim Fit, Comfort Fit, Loose Fit, Baggy und Boot Cut, zwischen Unwashed, Onewash, Sand Washed, Stone Washed, Double Stone Washed, Stone Bleached, Acid Washed, Bomber Washed, Navy Washed, Used Look und Destroyed Look.

Man muss sich darüber nicht moralisch erheben, das System funktioniert ja: Der Kunde wünscht, der Kapitalismus erfüllt. Der Mensch ist unersättlich, so wie das Modell des Homo oeconomicus es vorsieht. Der immerwährende Drang nach mehr erzeugt immerwährendes Wachstum. So ist es, so wird es bleiben.
Das ist eine durchaus plausible Theorie. Sie hat nur einen Fehler: Sie passt nicht zu den Fakten. Nicht mehr….«


Georg Zoche
Krieg und Schulden

»Krieg und Schulden sind siamesische Zwillinge und geradezu verliebt in Finanzkrisen und Immobilienblasen.

(…)

…In einer solchen Geldordnung wäre die Finanzierung großer Kriege nahezu unmöglich, während die Durchsetzung und Finanzierung globaler Belange (z. B. Klimaschutz) ebenso vereinfacht würde wie die Entwicklung der Länder der Dritten Welt….«


Initiativ – Momo neu erzählt
Momo-Dokufilmer Oliver Sachs über Krisen und Wachstumschancen

»Die Sorge um Geld hat mich dazu bewegt, gegen meine Überzeugungen zu handeln und mehr und mehr Kraft und Zeit damit zu verbringen, wirtschaftliches Wachstum zu erzeugen. Ich habe als Zahnrad einer Maschine funktioniert, deren Auswirkungen durch die gegenwärtige globale Vernetzung der Ökonomie besonders dramatisch sind: Wachstum erfordert die Ausbeutung von natürlichen und menschlichen Ressourcen bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit und darüber hinaus.«


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