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Veruntreute Fördermittel für das Momo-Langfilmprojekt — 3 Kommentare

  1. Liebe Hanni, lieber Oliver,

    wir haben uns bei einer Feier anlässlich des einjährigen Gedenkens an Margrit Kennedy kennengelernt. Das nur als Vorbemerkung, damit ihr euch vielleicht schwach erinnern könnt, wer hier zu euch „spricht“.
    Abgesehen davon, dass ich vermuten muss, dass in dieser kleinen Erklärung für eure unfreiwillige Pause doch wohl ein Formulierungsfehler steckt, weil ich nicht glauben kann, dass tatsächlich nur die Mittel FÜR das Crowdfunding verloren sind, sondern wohl eher die Sammelergebnisse des bereits stattgefundenen Crowdfundings, fällt es schwer, einen Kommentar zu schreiben, wenn man gar nicht weiß, welchen Fehler ihr gemacht habt.
    Habt ihr tatsächlich das Geld für den Film jemandem (einer kleinen Organisation) zur freien Verfügung überlassen und nur mit dem Versprechen, es bei Bedarf dann auch herauszugeben? Wieviel muss man denn für einen solchen Film veranschlagen und was wollt ihr jetzt tun, um wieder an Geld zu kommen?
    Ein Sperrkonto würde ich schon mal vorschlagen. Es gibt doch auch beim Crowdfunding Verfahren, beispielsweise das gesammelte Geld so lange nicht dem Sammler zur Verfügung zu stellen, wie er nicht den Nachweis des konkreten Beginns des geplanten Projektes vorlegt.
    Na gut, jetzt schlau zu sein ist eher leicht, aber irgendwie braucht ihr doch jetzt mehr als nur die Absicht bis 2023 einen neuen Film vorzulegen.

    Ganz herzliche Grüße

    Ralf

    • Lieber Ralf Liebers,
      tatsächlich wurden uns nicht gesammelte Mittel AUS dem Crowdfunding, sondern die Fördermittel FÜR das Crowdfunding veruntreut. Ein solches Crowdfunding ist sehr aufwändig und dauert mit Vorbereitung mehrere Monate, währed denen das Team ja auch leben und Miete bezahlen muss. Margrits Stiftung hatte uns dafür Fördergelder bereitgestellt, die wir aber nicht selbst aufbewahren konnten, da dafür eine gemeinnützige Körperschaft Voraussetzung war. Die Zahlungen für das Momo-Projekt liefen bereits seit einigen Jahren reibungslos über die besagte gemeinnützige Stiftung (deren Namen ich hier nicht nennen möchte) und so wurden die Fördermittel dorthin überwiesen. Als wir nach einigen Monaten mit den Vorbereitungen für das Crowdfunding beginnen wollten, waren Stiftung und Inhaber für niemanden mehr zu erreichen, nicht einmal für die Stiftungsaufsicht. Nach einem Dreiviertel Jahr Suche nach dem Verantwortlichen, der untergetaucht war, stellte sich heraus, dass die Siftung insolvent war – und unsere Gelder verloren.
      Für das Crowdfunding hatten sich schon vorher ein paar erschwerende Umstände ergeben und durch diese Nachricht ist dann erstmal Ruhe in das Langfilm-Projekt eingekehrt.

      Auch Momo musste ja nach Ihrem Besuch bei Meister Hora ein Jahr und ein Tag schlafen um die richtigen Worte zu finden.

      Auf eine Weise war die darauffolgende Zeit tatächlich wie ein Winterschlaf, in dem sich das Projekt dennoch vor allem innerlich weiterentwickelt hat. 40 Jahre Momo wurde immer wieder zu Vorführungen eingeladen und es sind viele Workshop-Konzepte und Events entstanden und umgesetzt worden. Momo hat beim Schweizer Volkesentscheid zur Vollgeld-Initiative gewirkt (Der lancierende Verein heißt übrigens Monetäre Modernisierung – Abgekürzt MoMo) und Michael Ende und Momo haben bei einer Tagung im Duttweiler Institut zu dem Thema sogar die Aufmerksamkeit eines amerikanischen Regierungsberaters erregt.
      In dieser Zeit ist auch das Bildungsprojekt „morpheus“ (Kurzbeschreibung) entstanden, das mittlerweile auf rege Resonanz stößt. Und seit etwa einem halben Jahr kommt mit neuen Verbindungen auch wieder neue kreative Energie in die Projekte rund um Momo, die sich auch in den entstehenden neuen Medien zeigt.
      Es passiert also ohnehin viel und für 50 Jahre Momo ist jetzt – vier Jahre vorher – eine gute Zeit um mit den ersten Schritten zu beginnen.

      Herzliche Grüße, Oliver Sachs

    • Lieber Ralf Liebers,

      ich hatte noch vergessen auf die Frage zu antworten welches Budget wir für den Film veranschlagen.
      Für einen kinotauglichen Film von 90 Minuten kann man je nach Aufwand ein Budget von 180.000 bis 250.000 Euro veranschlagen.
      Natürlich geht es auch mit mehr oder mit weniger Geld, je nach weiterer Unterstützung nicht finanzieller Art wie beispielsweise Übernachtungen an Drehorten usw.

      Herzliche Grüße,
      Oliver Sachs

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