Mit Heike Pourian, Andreas Poggel und Oliver Sachs

Was hat Geld mit Kommunikation zu tun? Welchen Einfluss nehmen ökonomische Strukturen auf unser Verhalten? Und wie können wir diesem Einfluss begegnen?
Michael Endes sanfte Heldin Momo und ihre besondere Fähigkeit mit ganzer Aufmerksamkeit zuzuhören begleitet uns auf dieser Reise zu den grauen Herren, innerhalb und außerhalb von uns selbst.
Mit Poesie, Erzählungen, Filmausschnitten und auf spielerische Weise ergründen wir konfliktfördernde und andere destruktive Wirkungen unserer derzeitigen ökonomischen Strukturen. Wir erforschen Geld als gesellschaftsgestaltendes Werkzeug und erschließen zugleich Lösungswege aus zwischenmenschlichen Konflikten mit Hilfe der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg. Die zeitgenössische Tanzform Contact Improvisation schafft Möglichkeiten für Begegnung, macht Verbundenheit körperlich erfahrbar und ermöglicht so eine intuitive Form des Begreifens.

Dieses Seminar richtet sich an Menschen und Gruppen, die…
… die strukturelle Gewalt unserer ökonomischen Systeme wahrnehmen und sich wünschen, diesen Einfluss besser zu verstehen.
… Lust haben, den eigenen mentalen Infrastrukturen nachzuspüren und diese zu verändern.
… Nachhaltigkeit innerhalb des eigenen beruflichen Umfeldes gestalten möchten.
… in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig sind.
… sich mit dem bestehenden Geld- und Wirtschaftssystem beschäftigen oder im bestehenden Finanzsystem beschäftigt sind.

Feedback einer Teilnehmerin

»Nach ein paar Tagen bzw. Wochen, die seit dem Seminar vergangen sind, merke ich, wie sehr mich das Thema noch immer umtreibt und nachdenklich macht. In vielen Gesprächen, die ich seitdem geführt habe, konnte ich mein neues Wissen, sozusagen meine neue „Brille“, mit der ich die Welt betrachte, einbringen. Zu fast jedem Thema konnte ich eine Verbindung zum Finanzsystem herstellen. Gleichzeitig merke ich immer stärker, dass die Verbindung zur Natur und natürlichen Zyklen fundamental ist und somit das bestehende System umso absurder! Im Laufe des Seminars hat mir die Gewaltfreie Kommunikation immer wieder dabei geholfen, trotz aller Absurdität und allem Wahnsinn, zu sehen, was hinter meiner Wut, Empörung und Hilflosigkeit steht und somit auf dem Boden zu bleiben. Außerdem hat mir die Kombination aus beiden Themen besonders deutlich vor Augen geführt, wie letztendlich gewaltvoll unsere Gesellschaft zum großen Teil funktioniert (Wettbewerb und Leistung stehen über Partnerschaft und Kooperation), und wie wenig die Eigenschaften von Momo wertgeschätzt werden.«

Inhaltlicher Aufbau des Seminars

Aufbau des Seminars
Das Seminar besteht aus drei miteinander verwobenen Herangehensweisen.

Der inhaltliche Teil des Seminars eröffnet durch die Figuren der Erzählung Momo, durch Planspiele, fiktionale und dokumentarische Medien, sowie durch persönliche Erzählungen der Teilnehmenden einen emotionalen und allgemeinverständlichen Zugang zu den trennenden Einflüssen gegenwärtiger ökonomischer Strukturen. Er macht die in unserem Geldsystem verborgenen Ursachen für zunehmenden Zeitdruck, für zwischenmenschliche Entfremdung und für die Entfremdung des Menschen von der Natur bewusst und erlebbar. Aus dieser Einsicht in die systemischen Ursachen geht auch die Erkenntnis des gesellschaftsgestaltenden Potentials von Geld hervor, welches einer positiven Transformation der Gesellschaft Kraft geben könnte.

Der praktische Teil des Seminars vermittelt die Gewaltfreie Kommunikation und die Contact-Improvisation. Im Seminar wird jeweils eine Vertiefungsgruppe gebildet.

Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg ist ein erprobter Weg, unsere mentalen Infrastrukturen zu erkennen und zu verändern und damit zwischenmenschlicher Entfremdung entgegenzuwirken. Die GFK ermöglicht einen Kommunikationsfluss, der zu mehr Vertrauen und Freude am Leben führt. Dieser kann sowohl bei der Kommunikation im Alltag als auch bei der friedlichen Konfliktlösung im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein. Wie in dem Roman Momo ist in der GFK urteilsfreies, absichtsloses Zuhören der emphatische Schlüssel zu den grauen Herren innerhalb und außerhalb von uns selbst. Im Seminar behandeln wir durch die GFK Bereiche aus Geld und Wirtschaft, die sich in unserer täglichen Kommunikation niederschlagen.

Die zeitgenössische Tanzform Contact Improvisation eröffnet uns einen physischen Forschungsraum jenseits des Selbstverständlichen – zum Innehalten, zum Wahrnehmen und zum Spielen. Sie ermöglicht ein intuitives Begreifen und Lernen auf individueller Ebene. Während wir im Alten, im bestehenden System verweilend nicht wissen können, wie das Neue hervorgebracht werden könnte, erfahren wir im schlichten körperlichen Sein plötzlich in einer großen und einfachen Klarheit, dass »die schönere Welt, von der unsere Herzen wissen, dass sie möglich ist« (Charles Eisenstein) schon da ist. Kein Hirngespinst, keine Utopie, sondern hier und jetzt real erlebbar.
In dieser Form ist keinerlei Bewegungserfahrung erforderlich, Menschen aller Altersstufen und Körperformen können mitmachen.

Durch die Kombination der inhaltlichen Betrachtung mit den beiden praktischen Teilen verlassen die Teilnehmenden dieses Seminar nicht nur mit Einsichten über die entfremdenden Kräfte des Geldes, sondern zugleich mit einem im eigenen Leben anwendbaren Werkzeugkoffer, um dieser Entfremdung entgegenzuwirken. Die bewusste Wahrnehmung der strukturellen Gewalt unserer Systeme in Verbindung mit dem Erwerb neuer kommunikativer Fähigkeiten ermöglicht auch nach dem Seminar eine differenzierte und weniger personenbezogene Betrachtung und Lösung von Konflikten und damit eine hohe Kommunikations-, Kooperations- und Friedenskompetenz.

Die Seminarbegleiter*innen

Foto Oliver Sachs - graustufen-klein

Oliver Sachs, 46 Jahre, Vater von zwei Kindern, ist Filmemacher
sowie Prozess- und Projektbegleiter und Initiator des morpheus-Bildungsprojekts. In Seminaren und durch seine filmische Arbeit stellt er eine Verbindung zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Fragestellungen her. Ausgangspunkt dieser Arbeit sind die Betrachtung des Einflusses von Geldsystemen auf menschliches Verhalten und Erfahrungen mit Dialogmethoden aus dem Bereich des tiefen Zuhörens. 2013 produzierte er mit Hanni Welter und Masayo Oda den Kurzfilm
“40 Jahre Momo – ein Märchen wird erwachsen” über die ökonomischen Hintergründe der Geschichte Momo von Michael Ende. Eine Langfassung des Filmes ist in Arbeit.

Foto Andreas Poggel - graustufen-klein

Andreas Poggel, 44 Jahre, Vater von drei Kindern, ist Mediator und Trainer für Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Er verbindet mit seinem Wirken Mediation, Gewaltfreie Kommunikation und Zen-Meditation. Aus seiner Erfahrung als Informatiker und Dienstleister für die Optimierung von Fertigungsprozessen hat er einen Blick für die zwischenmenschlichen Auswirkungen industrieller Beschleunigung und Effektivitätssteigerung. Empathische Kommunikation versteht er als Werkzeug, den durch zunehmende Optimierung hervorgebrachten zwischenmenschlichen Konflikten zu begegnen und so zu einem positiven gesellschaftlichen Wandel beizutragen.

Heike Pourian, 49 Jahre, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, arbeitet als Dipl. Kulturpädagogin, Tänzerin, Autorin und Wandelforscherin. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren damit, wie die zeitgenössische Tanzform Contact Improvisation zum gesellschaftlichen Wandel beitragen kann. Das tut sie in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen – von der Kinderkrippe bis zur Hochschule – und ist begeistert, dabei selber fortwährend ihren Horizont zu erweitern. 2016 hat sie die Textsammlung „Eine berührbare Welt“ veröffentlicht und den Verein „contact bewegen“ mitgegründet.

Seminarzeiten
Fr 13. Oktober 19 bis 22 Uhr
Sa 14. Oktober 10 bis 18 Uhr
So 15. Oktober 10 bis 15 Uhr

Samstag Abend von 19:30 bis 21:30 Uhr
Offene Abendveranstaltung – getanzter Vortrag & Gelegenheit zum Mittanzen (Contact-Jam)

Ort
Im Annahof 4
86150 Augsburg

Übernachtungsmöglichkeiten
sind ausreichend in naturverbundener Lage, unweit vom Stadtzentrum vorhanden
nähere Informationen in Kürze

Kosten
Richtwert: 200,- Euro
Sockelbetrag: 65,- Euro
Es ist uns ein Anliegen, dass die Teilnahme an diesem Seminar für alle Menschen möglich ist. Der Anmeldebetrag von 65,- Euro deckt ausschließlich Grundkosten. Während des Seminars bitten wir darum, noch einen zusätzlichen Beitrag nach dem Prinzip “gib was Du kannst” hinzuzufügen. Bei durchschnittlich 200,- Euro pro TeilnehmerIn wird unsere Arbeit als Seminarbegleitende ermöglicht. Wer gut verdient, kann durch einen höheren Beitrag die Teilnahme von Menschen mit weniger finanziellen Mitteln an diesem oder zukünftigen Seminaren ermöglichen. Interessierte Menschen, die sich den Sockelbetrag nicht leisten können, wenden sich bitte per Mail an uns.

Eventbrite - Geld, Zeit und Kommunikation in Bewegung

Organisatorische und inhaltliche Rückfragen unter
Masayo Oda: email hidden; JavaScript is required
Telefon 089.48002918

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