Diese Seminare verbinden die Beschäftigung mit Michael Endes Roman Momo mit Begegnungsräumen oder mit Arbeitsmethoden auf Grundlage des tiefen Zuhörens.

Was hat Geld mit Kommunikation zu tun?
Welchen Einfluss nehmen ökonomische Strukturen auf unser Verhalten?
Und wie können wir diesem Einfluss begegnen?

Michael Endes sanfte Heldin Momo und ihre besondere Fähigkeit mit ganzer Aufmerksamkeit zuzuhören begleitet uns auf dieser Reise zu den grauen Herren, innerhalb und außerhalb von uns selbst. Mit Poesie, Erzählungen, Filmausschnitten und auf spielerische Weise ergründen wir konfliktfördernde und andere destruktive Wirkungen unserer derzeitigen ökonomischen Strukturen. Wir erforschen Geld als gesellschaftsgestaltendes Werkzeug und erschließen zugleich Lösungswege aus Entfremdung und zwischenmenschlichen Konflikten mit Hilfe einer der gewählten Methoden. Wie in dem Roman Momo ist in diesen Begegnungsformen und Arbeitsmethoden das urteilsfreie, absichtslose Zuhören der emphatische Schlüssel zu den inneren und äußeren grauen Herren:

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshal Rosenberg

Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist ein erprobter Weg, unsere mentalen Infrastrukturen zu erkennen und zu verändern und damit zwischenmenschlicher Entfremdung entgegenzuwirken. Die GFK ermöglicht einen Kommunikationsfluss, der zu mehr Vertrauen und Freude am Leben führt. Dieser kann sowohl bei der Kommunikation im Alltag als auch bei der friedlichen Konfliktlösung im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein. Im Seminar behandeln wir durch die GFK Bereiche aus Geld und Wirtschaft, die sich in unserer täglichen Kommunikation niederschlagen.

Council

Council ist eine uralte Form der Gesprächskultur, die sich am besten mit “zu Rate sitzen” übersetzen lässt. In den meisten alten Kulturen hat es Formen davon gegeben – oft um ein Feuer in der Mitte. Council ist eine Methode des “Deep Listening”: Ähnlich wie bei der Meditation versuchen wir uns “leer” zu machen und ganz aufmerksam zu werden für das was der Andere sagt. Das erlaubt einer Gruppe thematisch sehr viel tiefer miteinander zu sinken und gemeinsame, kreative Herzräume zu betreten. Wir erforschen gemeinsam, warum „das Zuhören wie Momo“ uns selbst und unsere Gesellschaft tief verändern kann.

Soziokratie

Die Soziokratie stellt Entscheidungs und Strukturierungswerkzeuge für Organisationen verschiedenster Größe bereit. Sie fördert die Entstehung kollektiver Weisheit und die Mitverantwortung aller Beteiligten, besonders innerhalb von Organisationen im gesellschaftlichen Wandel. Die Ergebnisse soziokratischer Entscheidungsprozesse werden von allen Beteiligten dauerhaft getragen und ermöglichen so eine große Teameffektifität.

Dragon Dreaming

Dragon Dreaming ist eine Projektgestaltungsmethode mit Wurzeln in der Kultur der Aborigines Australiens.
Die Methode betrachtet Projekte in einer Abfolge von vier Phasen (Träumen, Planen, Handeln und Feiern) und bietet für jede dieser Phasen eine Fülle kraftvoller Werkzeuge. Die Basis dieser Werkzeuge ist grundsätzlich die schöpferische Kraft kollektiver Weisheit.
Dragon Dreaming ermöglicht eine lustbetonte und hierarchiearme Umsetzung von Projekten. Es erlaubt einen neuen Blick auf Konflikte und überraschende Lösungsansätze. Neben der Umsetzumg von Projekten steht daher auch das persönliche Wachstum jedes Teilnehmers im Mittelpunkt der Methode.

Tiefenökologie

Die Tiefe Ökologie ist eine Philosophie und emotional sehr berührende Workshopform, die auf den Erkenntnissen der wechselseitigen Bedingtheit allen Lebens beruht. Sie sieht die Erde als lebendigen Organismus, in dem alles miteinander verbunden und voneinander abhängig ist und in dem jedem Lebewesen sein Eigenwert zukommt. Ihre Wurzeln reichen von mystischen Traditionen – der „philosophia perennis“ – bis zu den heutigen Philosoph/innen und Wissenschaftler/innen der allgemeinen Systemtheorie.
Tiefe Ökologie fördert persönliches Wachstum im Sinne eines „in-Beziehung-Seins“ mit allem Lebendigen. Sie ist eine Anleitung dazu, unser Handeln im Alltag in die Entwicklung von zukünftig anpassungs- und lebensfähigen Systemen und Prozessen hineinzustellen.

Contact Improvisation

Die zeitgenössische Tanzform Contact Improvisation eröffnet uns einen physischen Forschungsraum jenseits des Selbstverständlichen – zum Innehalten, zum Wahrnehmen und zum Spielen. Sie ermöglicht ein intuitives Begreifen und Lernen auf individueller Ebene. Während wir im Alten, im bestehenden System verweilend nicht wissen können, wie das Neue hervorgebracht werden könnte, erfahren wir im schlichten körperlichen Sein plötzlich in einer großen und einfachen Klarheit, dass »die schönere Welt, von der unsere Herzen wissen, dass sie möglich ist« (Charles Eisenstein) schon da ist. Kein Hirngespinst, keine Utopie, sondern hier und jetzt real erlebbar.
In dieser Form ist keinerlei Bewegungserfahrung erforderlich, Menschen aller Altersstufen und Körperformen können mitmachen.

Community Building nach Morgan Scott Peck

Die Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck ist eine Form der achtsamen, meditativen Kommunikation. Wie in der Meditation ist es die Leere, aus der zwischen den Teilnehmern das Neue entstehen darf. Es gibt es weder einen Lehrer oder Therapeuten noch unverrückbare Regeln oder Pflichten. Lediglich einige Empfehlungen betonen den Wert von Stille, Eigenverantwortlichkeit und emotionaler Anwesenheit in der Runde. Sie ermöglichen die Bewegung der Gruppe durch vier sehr unterschiedliche Phasen der Kommunikation.
Hier wird der stärkende Aspekt von Kooperation und Vernetzung statt Konkurrenz und Einzelkämpfertum erlebbar. Jeder Teilnehmer trägt Führungs- und Leitungsqualitäten in sich und wird allein durch die intensive Anteilnahme am Prozess ein Teil der „Group of all leaders“.

 

Diese Seminare richten sich an Menschen und Gruppen, die…
… die strukturelle Gewalt unserer ökonomischen Systeme wahrnehmen und sich wünschen, diesen Einfluss besser zu verstehen.
… Lust haben, den eigenen mentalen Infrastrukturen nachzuspüren und diese zu verändern.
… Nachhaltigkeit innerhalb des persönlichen oder beruflichen Umfeldes gestalten möchten.
… in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig sind.
… sich noch nicht mit dem bestehenden Geld- und Wirtschaftssystem beschäftigt haben.
… sich schon mit dem bestehenden Geld- und Wirtschaftssystem beschäftigt haben.

 

Feedback einer Teilnehmerin

»Nach ein paar Tagen bzw. Wochen, die seit dem Seminar vergangen sind, merke ich, wie sehr mich das Thema noch immer umtreibt und nachdenklich macht. In vielen Gesprächen, die ich seitdem geführt habe, konnte ich mein neues Wissen, sozusagen meine neue „Brille“, mit der ich die Welt betrachte, einbringen. Zu fast jedem Thema konnte ich eine Verbindung zum Finanzsystem herstellen. Gleichzeitig merke ich immer stärker, dass die Verbindung zur Natur und natürlichen Zyklen fundamental ist und somit das bestehende System umso absurder! Im Laufe des Seminars hat mir die Gewaltfreie Kommunikation immer wieder dabei geholfen, trotz aller Absurdität und allem Wahnsinn, zu sehen, was hinter meiner Wut, Empörung und Hilflosigkeit steht und somit auf dem Boden zu bleiben. Außerdem hat mir die Kombination aus beiden Themen besonders deutlich vor Augen geführt, wie letztendlich gewaltvoll unsere Gesellschaft zum großen Teil funktioniert (Wettbewerb und Leistung stehen über Partnerschaft und Kooperation), und wie wenig die Eigenschaften von Momo wertgeschätzt werden.«

Inhaltlicher Aufbau der Seminare

Die Seminare bestehen jeweils aus zwei miteinander verwobenen Herangehensweisen.

Der inhaltliche Teil eröffnet durch die Figuren der Erzählung Momo, durch Planspiele, fiktionale und dokumentarische Medien, sowie durch persönliche Erzählungen der Teilnehmenden einen emotionalen und allgemeinverständlichen Zugang zu den trennenden Einflüssen gegenwärtiger ökonomischer Strukturen. Er macht die in unserem Geldsystem verborgenen Ursachen für zunehmenden Zeitdruck, für zwischenmenschliche Entfremdung und für die Entfremdung des Menschen von der Natur bewusst und erlebbar. Aus dieser Einsicht in die systemischen Ursachen geht auch die Erkenntnis des gesellschaftsgestaltenden Potentials von Geld hervor, welches einer positiven Transformation der Gesellschaft Kraft geben könnte.

Der praktische Teil der Seminare (siehe oben) eröffnet einen Begegnungsraum bzw. vermittelt eine der gewählten Arbeitsmethoden auf Grundlage des tiefen Zuhörens.

Durch die Kombination der inhaltlichen Betrachtungen mit dem praktischen Teil verlassen die Teilnehmenden diese Seminare nicht nur mit Einsichten über die entfremdenden Kräfte und gesellschaftsgestaltenden Potentiale des Geldes, sondern zugleich mit einem im eigenen Leben anwendbaren Werkzeugkoffer, um der Entfremdung entgegenzuwirken. Die bewusste Wahrnehmung der strukturellen Gewalt unserer Systeme in Verbindung mit dem Erwerb neuer kommunikativer Fähigkeiten ermöglicht auch nach dem Seminar eine differenzierte und weniger personenbezogene Betrachtung und Lösung von Konflikten und damit eine höhere Kommunikations-, Kooperations- und Friedenskompetenz.

Die Seminarbegleiter*innen

Foto Oliver Sachs - graustufen-klein

Oliver Sachs, 47 Jahre, Vater von zwei Kindern, ist Filmemacher
sowie Prozess- und Projektbegleiter und Initiator des morpheus-Bildungsprojekts. In Seminaren und durch seine filmische Arbeit stellt er eine Verbindung zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Fragestellungen her. Ausgangspunkt dieser Arbeit sind die Betrachtung des Einflusses von Geldsystemen auf menschliches Verhalten und Erfahrungen mit Dialogmethoden aus dem Bereich des tiefen Zuhörens. 2013 produzierte er mit Hanni Welter und Masayo Oda den Kurzfilm
“40 Jahre Momo – ein Märchen wird erwachsen” über die ökonomischen Hintergründe der Geschichte Momo von Michael Ende. Eine Langfassung des Filmes ist in Arbeit.

Foto Andreas Poggel - graustufen-klein

Andreas Poggel, 45 Jahre, Vater von drei Kindern, ist Mediator und Trainer für Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Er verbindet mit seinem Wirken Mediation, Gewaltfreie Kommunikation und Zen-Meditation. Aus seiner Erfahrung als Informatiker und Dienstleister für die Optimierung von Fertigungsprozessen hat er einen Blick für die zwischenmenschlichen Auswirkungen industrieller Beschleunigung und Effektivitätssteigerung. Empathische Kommunikation versteht er als Werkzeug, den durch zunehmende Optimierung hervorgebrachten zwischenmenschlichen Konflikten zu begegnen und so zu einem positiven gesellschaftlichen Wandel beizutragen.

Heike Pourian, 50 Jahre, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, arbeitet als Dipl. Kulturpädagogin, Tänzerin, Autorin und Wandelforscherin. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren damit, wie die zeitgenössische Tanzform Contact Improvisation zum gesellschaftlichen Wandel beitragen kann. Das tut sie in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen – von der Kinderkrippe bis zur Hochschule – und ist begeistert, dabei selber fortwährend ihren Horizont zu erweitern. 2016 hat sie die Textsammlung „Eine berührbare Welt“ veröffentlicht und den Verein „contact bewegen“ mitgegründet.

 

 

 

Diese Seminare sind besonders interessant…

...für Mitarbeiter von Währungsinitiativen und Gemeinwohl Ökonomie-Initiativen,

denn sie erzeugen innerhalb von Teams:

  • Eine empathische Gemeinschaft und stärken so die innere Kraft der Arbeitsgruppe.
  • Eine Kooperationskompetenz für die gemeinsame Arbeit auf Augenhöhe.
  • Eine gemeinsame Perspektive auf das Thema Geld und dadurch ein inhaltliches Fundament für die gemeinschaftliche Arbeit.

 

Außerdem schaffen die Seminare für die Kommunikation nach außen:

  • Eine für Außenstehende einladende gemeinschaftliche Stimmung und Energie innerhalb der Gruppe.
  • Eine argumentative und erzählerische Basis für die Vermittlung des Themas Geld.
  • Neue kommunikative Fähigkeiten für eine erfolgreiche und konfliktfreie Vermittlung des Themas der Arbeitsgruppe.

...als Angebot von Währungsinitiativen und Gemeinwohl Ökonomie-Initiativen an ihre Nutzer und Interessenten,

zur Kommunikation ihrer Themen, denn:

  • die Seminare vermitteln ein grundlegendes und intuitives Verständnis der Ursachen destruktiven Wirtschaftswachstums und der daraus hervorgehenden Ausbeutung von menschlichen und natürlichen Ressourcen.
  • sie vermitteln ein grundlegendes Verständnis der Ursachen gesellschaftlicher Beschleunigung und wachsenden Zeitdrucks, sowie ein Verständnis der damit verbundenen gesellschaftlichen Entfremdung.
  • die Seminare machen das Thema Geld auch für Menschen anschlussfähig, die sich normalerweise ungern mit ökonomischen Themen auseinandersetzen.
  • in den Seminaren erlernen die Teilnehmenden kommunikative Werkzeuge, die sie konkret im eigenen beruflichen und im privaten Leben anwenden können.
  • durch die Seminare entsteht zwischen den Teilnehmenden eine empathische Gemeinschaft als Fundament für eine kooperative ökonomische Verbindung.

...für Teams und Mitarbeiter von Organisationen mit Gemeinwohl-Ökonomie- oder anderer ökologisch-sozialer Orientierung,

denn sie fördern innerhalb des Teams:

  • Die Entwicklung einer empathischen Gemeinschaft und stärken so die innere Kraft der Gruppe.
  • Eine neue Kooperationskompetenz für die gemeinsame Arbeit auf Augenhöhe.
  • Eine gemeinsame Perspektive auf den Einfluss der strukturellen Gewalt derzeitiger ökonomischer Systeme auf Unternehmen und ihre Mitarbeiter und dadurch eine Mäßigung der daraus hervorgehenden zwischenmenschlichen Konflikte im Team.
  • Einen ersten Einblick in die Möglichkeiten von neuen Organisationsstrukturen und neue Arten des Projekt-Designs.

 

Außerdem erschaffen sie für die Kommunikation nach außen:

  • Eine für Außenstehende einladende, gemeinschaftliche Stimmung und Energie innerhalb des Teams.
  • Kommunikative Kompetenz für kooperative Verhandlungen mit Mitarbeitern, Partnern und Kunden. Zudem erschließen sich die Teilnehmenden neue kommunikative Werkzeuge, die auch im privaten Leben hilfreich sind.

...innerhalb der Jugend- und Erwachsenenbildung:

Denn die Seminare vermitteln:

  • Ein intuitives Verständnis der Ursachen destruktiven Wirtschaftswachstums und der daraus hervorgehenden Ausbeutung von menschlichen und natürlichen Ressourcen.
  • Ein intuitives Verständnis der Ursachen gesellschaftlicher Beschleunigung und wachsenden Zeitdrucks, sowie ein Verständnis der damit verbundenen gesellschaftlichen Entfremdung.
  • Ein intuitives Verständnis der strukturellen Gewalt derzeitiger ökonomischer Systeme und deren Einfluss auf menschliches Handeln.
  • Ansätze für einen Umgang mit Zeitdruck.
  • Eine erhöhte Kompetenz im Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten.
  • Neue kommunikative Werkzeuge, die die Teilnehmenden auch konkret im privaten Leben anwenden können.

 

Außerdem schaffen sie innerhalb von Schülergruppen, Arbeitsgruppen und Teams:

  • Eine empathische Gemeinschaft und stärken so die innere Kraft von Arbeitsgruppen.
  • Eine erhöhte Kooperationskompetenz für die gemeinsame Arbeit auf Augenhöhe.
  • Eine für Außenstehende einladende, gemeinschaftliche Stimmung und Energie innerhalb des Teams.

Anfragen sowie Inhaltliche und organisatorische Rückfragen an
Oliver Sachs: email hidden; JavaScript is required
Telefon 089.48002918

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