„Zeit ist Geld“ – mehr Zeit zu haben, bedeutet nicht zwingend im „ZeitWohlstand“ zu leben. Der gesellschaftliche Druck, seine Ressourcen voll auszuschöpfen wird stetig größer. Die Folge? Beschleunigung statt Entschleunigung.
Wo bleibt die Zeit für das „Nichts-Tun“? Stellt dies in der heutigen Zeit noch einen Wert dar oder muss Zeit immer sinnvoll bzw. qualitätsvoll genutzt werden? Freizeit – freie Zeit, wie erleben das Jugendliche heute? Wie zeigt sich der Wandel von persönlichen Kontakten zu Familie und Beziehungen bzw. die eigene Psychohygiene in einer Zeit des dauernden Konsumierens und der digitalen Medien und virtuellen Freunden? Wie gestaltet sich „Offline-Zeit“ und was bedeutet das für die Jugendarbeit?
ZeitNotstand : ZeitWohlstand, diese zwei Begriffe werden uns im Rahmen der Stamser Jugendvisionen 2017 begleiten. Die ReferentInnen geben einen Einblick über die Veränderungen der Jugendarbeit im Wandel der Zeit und es stellt sich die Frage: Muss sich Jugend(arbeit) an die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen unserer Zeit anpassen?

Mit Oliver Sachs (Regisseur – 40 Jahre Momo – Ein Märchen wird erwachsen)

Auf den Spuren von Momo und ihren Freunden ergründet dieser Workshop den Einfluss unserer ökonomischen Strukturen auf unsere Wahrnehmung von Zeit und unsere Fähigkeit uns gegenseitig mit aller Aufmerksamkeit zuzuhören. Während Übungen aus dem Bereich des tiefen Zuhörens zwischenmenschliche Lösungsansätze aufzeigen, streifen wir auch transformative Möglichkeiten auf Systemebene.

Michael Endes sanfte Heldin Momo und ihre besondere Fähigkeit mit ganzer Aufmerksamkeit absichtslos und urteilsfrei zuzuhören begleitet uns in diesem Workshop auf einer Reise zu den grauen Herren innerhalb und außerhalb von uns selbst. Wir ergründen mit Momo und ihren Freunden ökonomische Ursachen für das Verschwinden unserer Zeit, betrachten den Einfluss von Zeitdruck auf unsere ökonomische und zwischenmenschliche Verhaltensweise und richten den Blick dabei besonders aufmerksam auf die Veränderung von Dialoggewohnheiten. Während wir einerseits transformative Möglichkeiten auf der Systemebene beleuchten, ermöglichen uns Übungen aus dem Bereich des tiefen Zuhörens eine veränderte Zeitwahrnehmung und die Erfahrung, dass aufmerksames Zuhören ein wichtiger erster Schritt in eine Postwachstumsgesellschaft ist.
Dieses Seminar vermittelt auf erzählerischer Basis ein intuitives Verständnis der Ursachen gesellschaftlicher Beschleunigung und wachsenden Zeitdrucks sowie ein Verständnis der damit verbundenen gesellschaftlichen Entfremdung. Diese bewusste Wahrnehmung der strukturellen Gewalt unserer ökonomischen Systeme in Verbindung mit der Erfahrung neuer kommunikativer Werkzeuge ermöglicht eine differenzierte und weniger personenbezogene Betrachtung und Lösung von Konflikten und damit eine höhere Kommunikations-, Kooperations- und Friedenskompetenz.

Über Oliver Sachs

 Foto Oliver Sachs - graustufen-klein
Oliver Sachs, 46 Jahre, Vater von zwei Kindern, ist Filmemacher
sowie Prozess- und Projektbegleiter und Initiator des morpheus-Bildungsprojekts. In Seminaren und durch seine filmische Arbeit stellt er eine Verbindung zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Fragestellungen her. Ausgangspunkt dieser Arbeit sind die Betrachtung des Einflusses von Geldsystemen auf menschliches Verhalten und Erfahrungen mit Dialogmethoden aus dem Bereich des tiefen Zuhörens. 2013 produzierte er mit Hanni Welter und Masayo Oda den Kurzfilm
“40 Jahre Momo – ein Märchen wird erwachsen” über die ökonomischen Hintergründe der Geschichte Momo von Michael Ende. Eine Langfassung des Filmes ist in Arbeit.

 

Zum Forum für Teilnehmer

Ausführliche Informationen auf der Seite des Veranstalters „Stamser Jugendvisionen“