Filmvorführung mit Kurzworkshop – 2 bis 5 Stunden

Diese Veranstaltung verbindet die 30-minütige Vorführung des Filmes „40 Jahre Momo – Ein Märchen wird erwachsen“ mit einem Publikums-Dialog und einem Workshop, der den Teilnehmenden einen Erfahrungsräume aus verschiedenen Formen des tiefen Zuhörens bietet.
Wir vertiefen dabei die Zusammenhänge zwischen Geld, unserer Zeitwahrnehmung und unseren Dialoggewohnheiten. Dabei arbeiten wir mit Elementen aus Council, Soziokratie, Dragon Dreaming, Tiefenökologie und Community Building.

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Filmvorführung
40 Jahre Momo – Ein Märchen wird erwachsen

Filminhalt

Das weltbekannte Buch MOMO von Michael Ende beschreibt die Veränderung einer Kleinstadt im Kampf gegen graue Herren, die die Menschen davon überzeugen, ihre Zeit nicht mehr nutzlos zu verbringen, sie stattdessen zu sparen und auf einer Zeitsparkasse gegen Zinsen zu hinterlegen. So verändert sich nicht nur die Stimmung der Menschen. Die Geschichte MOMO beschreibt die Veränderung einer Kleinstadt hin zu immer mehr Effektivität und Seelenlosigkeit, wie wir sie heute überall in der Welt beobachten können.

Der poetische Dokumentarfilm „40 Jahre MOMO – Ein Märchen wird erwachsen“ wirft über 40 Jahre nach Erscheinen des Buches einen neuen Blick auf die Geschichte MOMO. Wir erfahren, dass MOMO keineswegs nur ein Märchen über die Zeit ist, sondern vielmehr eine Einladung, grundlegende ökonomische Strukturen zu überdenken. Michael Ende hat in MOMO – wie in vielen anderen seiner Erzählungen – reale Hintergründe verwoben und einen Zusammenhang herhergestellt zwischen Geld und Zeit, und der in Vergessenheit geratenen Fähigkeit, uns gegenseitig aufmerksam und “heilend” zuzuhören.
Der 30-minütige Film zeichnet ein Mosaik von Begegnungen mit Menschen aus dem engen Freundeskreis Michael Endes, die sein Schaffen und sein Anliegen kannten und die Quelle seiner Motivation beschreiben können. Und wir treffen Michael Ende selbst, in einem bisher in Deutschland unveröffentlichten Interview über den Einfluss von Geldsystemen auf Gesellschaft und Umwelt.

Publikums-Dialog

Dialoginhalte

MOMO fordert seine Leser bis heute zu tiefgreifenden Reflexionen heraus:
Welche inneren Werte liegen unseren ökonomischen Strukturen zugrunde?
Welchen Einfluss nehmen diese Strukturen wiederum auf ökonomische Prinzipien und menschliches Handeln?
Was können wir aus Momos einzigartiger Fähigkeit, dem Zuhören mit ungeteilter Aufmerksamkeit lernen?
Wie könnte ein neuer Umgang Zeit unsere Wahrnehmung von Verbundenheit und unsere Fähigkeit zu Mitgefühl fördern?
Und wie könnte Geld von einem entfremdenden zu einem positiv gesellschaftsgestaltenden Werkzeug werden?
Diese und andere Fragen werden in dem Dialog mit den Filmemachern zur Sprache kommen.


2015:05 - Oya - Beschreibung der Veranstaltung im SharehouseArtikel – Filmen im Rhythmus der Schildkröte

»…im Council wird immer wieder auf die kleine Heldin aus dem Roman Bezug genommen, und es wird ganz deutlich: Momo öffnet die Herzen…«

Workshop – Tiefes Zuhören

Momos besondere Fähigkeit ist das Zuhören. Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit ist vollkommen urteilsfrei und absichtslos, sodass Menschen Streitigkeiten beilegen können, Ängste verlieren, ihre eigene, ganz einzigartige Besonderheit wahrnehmen und neuen Mut schöpfen.
Aufbauend auf den Themen des Dokumentarfilms eröffnen wir Erfahrungsräume aus verschiedenen Bereichen des tiefen Zuhörens. Dazu gehören:

Council

Council ist eine uralte Form der Gesprächskultur, die sich am besten mit “zu Rate sitzen” übersetzen lässt. In den meisten alten Kulturen hat es Formen davon gegeben – oft um ein Feuer in der Mitte. Council ist eine Methode des “Deep Listening”: Ähnlich wie bei der Meditation versuchen wir uns “leer” zu machen und ganz aufmerksam zu werden für das was der Andere sagt. Das erlaubt einer Gruppe thematisch sehr viel tiefer miteinander zu sinken und gemeinsame, kreative Herzräume zu betreten. Wir erforschen gemeinsam, warum „das Zuhören wie Momo“ uns selbst und unsere Gesellschaft tief verändern kann.

Soziokratie

Die Soziokratie ist eine Organisationsform, für Organisationen verschiedenster Größe von der Familie bis zum Staat. Sie fördert die Entstehung kollektiver Weisheit und die Mitverantwortung aller Beteiligten, besonders innerhalb von Organisationen im gesellschaftlichen Wandel. Die Ergebnisse soziokratischer Entscheidungsprozesse werden von allen Beteiligten dauerhaft getragen und ermöglichen so eine große Teameffektifität. Im Kurzworkshop können wir erste Erfahrungen mit soziokratischen Entscheidungsprozessen machen.

Dragon Dreaming

Dragon Dreaming ist eine Projektgestaltungsmethode mit Wurzeln in der Kultur der Aborigines Australiens.
Die Methode betrachtet Projekte in einer Abfolge von vier Phasen (Träumen, Planen, Handeln und Feiern) und bietet für jede dieser Phasen eine Fülle kraftvoller Werkzeuge. Die Basis dieser Werkzeuge ist grundsätzlich die schöpferische Kraft kollektiver Weisheit.
Dragon Dreaming ermöglicht eine lustbetonte und hierarchiearme Umsetzung von Projekten. Es erlaubt einen neuen Blick auf Konflikte und überraschende Lösungsansätze. Neben der Umsetzumg von Projekten steht daher auch das persönliche Wachstum jedes Teilnehmers im Mittelpunkt der Methode.

Tiefenökologie

Die Tiefe Ökologie ist eine Philosophie, die auf den Erkenntnissen der wechselseitigen Bedingtheit allen Lebens beruht. Sie sieht die Erde als lebendigen Organismus, in dem alles miteinander verbunden und voneinander abhängig ist und in dem jedem Lebewesen sein Eigenwert zukommt. Ihre Wurzeln reichen von mystischen Traditionen – der „philosophia perennis“ – bis zu den heutigen Philosoph/innen und Wissenschaftler/innen der Allgemeinen Systemtheorie.
Tiefe Ökologie fördert persönliches Wachstum im Sinne eines „in-Beziehung-Seins“ mit allem Lebendigen. Sie ist eine Anleitung dazu, unser Handeln im Alltag in die Entwicklung von zukünftig anpassungs- und lebensfähigen Systemen und Prozessen hineinzustellen.

Community Building nach Morgan Scott Peck

Die Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck ist eine Form der achtsamen, meditativen Kommunikation. Wie in der Meditation ist es die Leere, aus der zwischen den Teilnehmern das Neue entstehen darf. Es gibt es weder einen Lehrer oder Therapeuten noch unverrückbare Regeln oder Pflichten. Lediglich einige Empfehlungen betonen den Wert von Stille, Eigenverantwortlichkeit und emotionaler Anwesenheit in der Runde. Sie ermöglichen die Bewegung der Gruppe durch verschiedene Phasen der Kommunikation. Hier wird der stärkende Aspekt von Kooperation und Vernetzung statt Konkurrenz und Einzelkämpfertum erlebbar. Jeder Teilnehmer trägt Führungs- und Leitungsqualitäten in sich und wird allein durch die intensive Anteilnahme am Prozess ein Teil der „Group of all leaders“.




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